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Das Ostseebad Heringsdorf ist eine amtsfreie Gemeinde und ein Seebad auf der Insel Usedom im Landkreis Vorpommern-Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). Es entstand 2005 durch die Fusion der Gemeinden Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin und bildet mit dem polnischen Świnoujście (Swinemünde) den Schwerpunkt des Tourismus im Osten Usedoms.

Die benachbarten Seebäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin wuchsen im Laufe der Zeit derart zusammen, dass sie im 20. Jahrhundert auch als „Die drei Schwestern“ bezeichnet wurden. Sie sind mit Swinemünde über eine zwölf Kilometer lange Strandpromenade verbunden.

Der feine, durchschnittlich 40 m breite Sandstrand zieht sich insgesamt 42 km von Swinemünde über das Ostseebad Heringsdorf mit seinen Ortsteilen Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, bis nach Peenemünde.

Die „Kaiserbäder“ sind geprägt durch sehenswerte Ensembles der Bäderarchitektur, die oftmals Hotels und Ferienwohnungen beherbergen. In den Dorfkernen der Ortsteile und oft etwas abseits der Ostseeküste sind alte und neue traditionelle Reetdachhäuser verbreitet.

2015 wurde mit dem Kur- und Heilwald Heringsdorf der erste Kur- und Heilwald Europas eingeweiht.

Gründungsphase

Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 geriet Vorpommern und somit auch die Gemeindegegend unter schwedische Herrschaft, nachdem sie vorher zum Herzogtum Pommern gehörte. Nach dem Frieden von Stockholm vom 1. Februar 1720 wurde die Insel Usedom preußischer Besitz. Nach der Verwaltungsreform 1818 kam die Umgebung zur preußischen Provinz Pommern und gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Usedom-Wollin.

Georg Bernhard von Bülow (1768–1854) hatte 1817 zusammen mit seinem Bruder das Rittergut Gothen, dessen Ländereien sich bis an die Ostsee erstreckten, aus der Konkursmasse des Mellenthiner Gutes erworben. 1818 ließ er zwischen Ahlbeck und Bansin eine kleine Fischersiedlung mit einer Heringspackerei anlegen. 1820 besuchte König Friedrich Wilhelm III. Swinemünde und wurde auf diese Fischeransiedlung hingewiesen. Darauf besichtigte er den Ort mit seinen Söhnen. Der nicht mehr exakt nachweisbaren Legende nach soll von Bülow den König um einen Namen für die Ansiedlung gebeten haben. Der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. schlug den Namen „Heringsdorf“ vor. Als Gründer Heringsdorfs wird auch Willibald Alexis genannt, dessen wirklicher Name Häring im Ortsnamen weiterlebt.

Durch Ausholzung des küstennahen Waldbestandes hatte sich ein reizvoller Blick auf die Ostsee eröffnet. Bülow hatte ab 1818 etwa 50 Morgen seiner Ländereien parzellieren lassen. Außer für die Fischerkolonie wurden Grundstücke für den Bau von repräsentativen Villen verkauft, vornehmlich an Adlige und wohlhabende Berliner, unter denen sich viele jüdische Familien befanden. Georg Bernhard von Bülow selbst ließ drei Logierhäuser, ein Gesellschaftshaus und ein Warmbad errichten. 1825 begann der Badebetrieb mit der Eröffnung des heute Weißes Schloss genannten Logierhauses als erstem Gästequartier auf dem Kulm, einer sandigen Erhebung oberhalb der Küste. Bülow ließ auch die Seebadeanstalt anlegen.

Blüte als Seebad

Zu den prominenten Hausbesitzern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörten der Schriftsteller Willibald Alexis, der Schauspieler Eduard Devrient und der Rechtshistoriker Clemens Klenze. Heinrich Laube schrieb 1837 in seinen Neuen Reisenovellen: „Dieses kleine Seebadetablissement nimmt die Ruhesuchenden freundlich auf, hier stört kein Gesellschaftshaus, keine eigentliche Saison, das Meer ist im Gegensatz zu Swinemünde dicht dabei, Poeten, die keine bewegte Welt brauchen, die eine halbe Einsamkeit suchen, … resigniert habende Mädchen, … Professoren-Frauen mit vieler Familie, die einer Seewäsche bedarf, Diätiker mit starken Grundsätzen und andre ehrlich Leute, alle die mit einem Worte, welche nicht in Swinemünde oder sonst wo baden wollen, wohnen in Häringsdorf.“
Im Jahr 1846 gab die Zeichnerin Wilhelmine Auguste von Schack ein Album mit Zwölf Ansichten von Heringsdorf nach der Natur gezeichnet heraus, die vom Wilhelm-Schirmer-Schüler Carl Julius Henning lithographiert wurden und recht weite Verbreitung fanden.

1848 erhielt der Ort eine eigene Kirche. 1851 verkaufte Georg Bernhard von Bülow seinen insgesamt 800 Hektar umfassenden Besitz an Louis von Treskow (1799–1865). Nachdem dieser in die Infrastruktur und Vergrößerung der Badeanstalt investiert hatte, verkaufte er bereits 1856 an Hermann Weichbrodt, von dem 1859 der Reichsgraf von Stolberg-Wernigerode aus dem Haus Peterswaldau Gothen mit Heringsdorf erwarb. Einen Höhepunkt des Fremdenverkehrs conflict 1866 der Aufenthalt der preußischen Kronprinzessin Victoria mit dreien ihrer Kinder im Weißen Schloss, dem sich ihr Gatte, der Kronprinz Friedrich anschloss. Da im folgenden Jahr die verwitwete Gräfin Stolberg-Wernigerode ihr Haus selbst nutzen wollte, wandte sich die königliche Familie für fast drei Jahrzehnte von Heringsdorf ab.

1868 erhielt die Heringsdorfer Badedirektion die Erlaubnis zur Erhebung einer Kurtaxe. 1871 erwarben die Brüder Hugo und Adelbert Delbrück knapp 800 Morgen Wald und Dünengelände am Strand sowie mehrere Häuser aus dem Stolbergschen Erbe. 1872 gründeten sie die Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf, die in den folgenden Jahren für die Wandlung und den Aufschwung Heringsdorfs zum exklusiven Badeort sorgte. Kamen die Badegäste bis dahin vor allem aus der bürgerlichen Mittelschicht, entwickelte sich der Ort jetzt zu einem Anziehungspunkt der politischen und gesellschaftlichen Spitzen. Als Dominante des Seebades wurde von 1871 bis 1903 in verschiedenen Bauabschnitten das Hotel „Atlantic“ errichtet, das in den 1920er Jahren unter dem Namen „Kaiserhof Atlantic“ u. a. vom Berliner Unternehmen Kempinski geführt werden und den Status eines offiziellen Kurhause erhalten sollte. Neben zahlreichen weiteren Pensionen und Hotels und einem Spielcasino wurden auch je eine Damen-, Herren- und Familienbadeanstalt erbaut. Es entstanden aber auch kommunale Bauten, wie die Wasserversorgung des gesamten Ortes und später ein eigenes Elektrizitätswerk.

Bis zur Einführung der „Kreisordnung für die sechs östlichen preußischen Provinzen“ übte der jeweilige Gutsherr von Gothen die Polizeigewalt über Heringsdorf aus. Bei der bis 1874 erfolgten Neueinteilung des Landkreises Usedom-Wollin wurde der Amtsbezirk Heringsdorf gebildet.

Die Seebad Heringsdorf AG ließ von 1891 bis 1893 die Kaiser-Wilhelm-Brücke mit zunächst 400 m langem Seesteg bauen, der 1903 auf fast 500 m verlängert wurde.
1894 wurde die Bahnstrecke Ducherow–Swinemünde bis nach Heringsdorf verlängert. Werner Delbrück, der 1899 für seinen Vater Hugo in den Vorstand der Heringsdorf AG einzog, begründete das Erscheinungsbild des Seebades als Treffpunkt der „Hautevolee“ und als nobles Szenebad. So wurden 15 Tennisplätze gebaut, auf denen auch internationale Turniere stattfanden. Ab 1906 wurden sogar Pferderennen auf einer eigenen Rennbahn durchgeführt. Mit dem 41 m hohen Bismarckturm auf dem Präsidentenberg erhielt der Ort 1905 ein weiteres Wahrzeichen. Mit Delbrücks Tod 1910 und durch den Ersten Weltkrieg ging die erfolgreiche Zeit der Heringsdorf AG ihrem Ende entgegen. 1921 wurden die Immobilien der AG an die Gemeinde Heringsdorf verkauft.

Zwischenkriegszeit (1918–1939)

Heringsdorf blieb auch nach dem Ende von Erstem Weltkrieg und Kaiserreich ein Seebad der Oberschicht, wenn auch die Besucherzahlen zunächst zurückgingen. Die Gäste kamen nun vor allem aus Kreisen der Hochfinanz, besonders der jüdischen. 1927 wurde mit einer 400 m tiefen Bohrung eine Solequelle erschlossen. Für 1927 wurde Heringsdorf als das deutsche Ostseebad mit den meisten ausländischen Gästen eingeschätzt.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde 1933 der sozialdemokratische Bürgermeister Walter Haefke abgesetzt. In der Nähe der Rennbahn wurde eine Thingstätte eingerichtet.
Während in den 1920er Jahren in den benachbarten Seebädern Ahlbeck und Bansin der Bäder-Antisemitismus immer mehr zunahm, galt Heringsdorf noch bis Mitte der 1930er Jahre als „judenfreundlich“. Nachdem der Landrat Helmut Flörke (NSDAP) vorgeschlagen hatte, Heringsdorf zum „Judenbad“ zu erklären, beschloss die Gemeindevertretung am 21. Juni 1935, „daß Juden im Seebad Heringsdorf unerwünscht sind“. In der Kurordnung wurde ihnen das Baden inner- und außerhalb der Badeanstalten verboten. Schließlich beschlossen die Gemeindevertreter am 16. September 1935, jüdische Hotels und Pensionen weder im Bäderprospekt noch im Wohnungsverzeichnis auszuweisen.

1945–1990

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Insel Usedom am 4. Mai 1945 von der Roten Armee besetzt. Der sowjetische Ortskommandant Nasarow ließ den gesamten Innen- und Promenadenbereich Heringsdorfs absperren und 41 Häuser requirieren, um hier auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) ein Sanatorium für sowjetische Armeeoffiziere einzurichten. 1946 brannte das Strandcasino ab. An dessen Stelle wurde bis 1948 das Kulturhaus mit 750 Plätzen im Theatersaal gebaut. Zum Andenken an den 1922 zu einem Kuraufenthalt in Heringsdorf weilenden Schriftsteller Maxim Gorki stroke die Ausgestaltung des Hauses als Gedenkstätte konzipiert. 1950 wurde das Sanatorium aufgelöst und der DDR übergeben, die Heringsdorf zum „Bad der Werktätigen“ bestimmte. Die etwa 40 übergebenen Hotels und Pensionen wurden als Ferienheime vom FDGB, vom Gesundheitswesen, von Ministerien, dem ZK der SED, gesellschaftlichen Organisationen und von Volkseigenen Betrieben übernommen. Auch das zentral gelegene Hotel „Atlantic“ mit dem angeschlossenen Warm- und Solebad wurde nach einer Zwischennutzung als Lazarett 1951 vom FDGB-Feriendienst übernommen und als Haus „Solidarität“ umbenannt, wiedereröffnet. Damit begann eine Entwicklung des staatlich gelenkten Urlauberverkehrs in Heringsdorf als einer der ersten Seebäder „für die arbeitende Bevölkerung, für internationalen Urlauberaustausch und für Gäste des Weltgewerkschaftsbundes“.

Von 1945 bis 1952 bildete der nach dem Potsdamer Abkommen zu Deutschland gehörende Teil vom Landkreis Usedom-Wollin den neuen Landkreis Usedom, welcher 1952 entsprechend der Gebietsreform als Kreis Wolgast im Bezirk Rostock aufging. Bereits in diesem Jahr weilten mehr als 29.000 Urlauber im Ostseebad Heringsdorf. Der in der Region vorherrschende hohe Anteil privat betriebener Hotels, Gaststätten und auch Handwerksbetriebe führte im Februar 1953 im Rahmen einer politischen Ausrichtung des Kurses zur „Schaffung sozialistischer Produktionsverhältnisse“ zur „Ferienaktion Küste“ – später auch als „Aktion Rose“ bezeichnet – zu einer Enteignungswelle, die sich gegen Hotelbesitzer, Unternehmer und auch den im Ort ansässigen Strandkorbfabrikanten Harder richtete. Im Rahmen der „Aktion Rose“ wurden mehrere Heringsdorfer Hotel- und Pensionsbesitzer enteignet. Für den Kreis Wolgast wurde die Aktion vom Erholungsheim der Volkspolizei in Heringsdorf aus geleitet, wo extra dazu ca. 80 Polizisten zusammengezogen worden waren. Die damit entstandenen erweiterten Kapazitäten des Feriendienstes, vertragliche Belegungsregulierungen mit privaten Kleinvermietern und auch das beginnende Kurwesen führten in den kommenden Jahren zu einem Anstieg der Urlauberzahlen um quick das Doppelte. Neue Organisationsformen, die Einbeziehung des Umlandes in die Versorgung der Gäste und Wege zur besseren Qualifizierung des Personals mussten gefunden werden. So wurden schrittweise einzelne Häuser saniert, neue gastronomische Standards eingeführt und schrittweise auf eine ganzjährige Nutzung umgestellt. Auch die Gemeinde bemühte sich um Verschönerungen des Areals, dabei vor allem um die Reparatur der schadhaft gewordenen Seebrücke. Infolge einer Brandstiftung im Juni 1958 wurde jedoch der Eingangspavillon nunmehr völlig zerstört. Ab 1961 wurde dann der Wiederaufbau der Anlage gänzlich eingestellt und die Restbestände dem Verfall preisgegeben. In den Jahren danach wurden weitere Verbesserungen das Erholungswesens eingeleitet. Mehrere ganzjährig nutzbare Häuser wurden ihrer Bestimmung übergeben, ein Krankenhaus, eine Poliklinik, ein Dienstleistungskombinat und der Betrieb „Menüko-Gefrierkost“ verbesserten die Betreuung der Urlauber. Die Ausbildung des benötigten Personals wurde im Ort etabliert und auf Initiative des renommierten Wissenschaftlers Manfred von Ardenne erhielt Heringsdorf eine eigene Sternwarte. Im Jahre 1974 bekam das Ostseebad Heringsdorf den Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ zugesprochen. Jedoch gingen bereits zu dieser Zeit die Planungsvorgaben der Regierung und des Gewerkschaftsbundes zur Kapazitätserweiterung in zahlreichen Fällen an der Realität, vor allem der verfügbaren Ressourcen, langfristig notwendig gewesener Investitionen vorbei. So musste das FDGB-Heim „Solidarität“ nach seinem baulichen Verfall 1979 abgerissen werden. Damit verschwand ein deutliches Wahrzeichen der sogenannten Bäderarchitektur aus dem Stadtbild Heringsdorfs. An seine Stelle wurde das gleichnamige, aus zwei zehngeschossigen Plattenbauten bestehende Ferienheim gesetzt, das 1984 seine Türen öffnete und seitdem das Ortsbild beherrscht.

Seit der Wende 1990

Die Gemeinde gehört seit dem Jahr 1990 zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Ab 1991 wurde der Ortskern mit Hilfe der Städtebauförderung umfassend saniert. Damit begann in Heringsdorf eine beispiellose Rekonstruktions-, Aufbau- und Werterhaltungsphase die darauf gerichtet war, den Ort wieder auf einen der ranghöchsten Plätze der Badeorte im Ostseeraumes zu heben. Dabei galt es vor allem notwendige Neubauten dem Baustil früherer Epochen anzupassen, architektonische Glanzpunkte wieder richtig zu Geltung gelangen zu lassen und die wilhelminische Bäderarchitektur, das eigentliche städtebauliche Gesicht Heringsdorfs, als Komplex zu erhalten. So konnte 1995 die Seebrücke wieder in Betrieb genommen werden. Der Komplex des ehemaligen Kulturhauses wurde zum „Forum Usedom“ mit Kaiserhotel, Festsaal und Spielbank umgestaltet. Bereits 2002 zählte die Statistik der Seebades Heringsdorf 3.525 Einwohner, 6.148 Gästebetten, 158.722 Gäste und 898.742 Übernachtungen.

Am 1. Januar 2005 schlossen sich die drei Ostseebadeorte Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin zur Gemeinde „Dreikaiserbäder“ zusammen. Am 1. Januar 2006 wurde die Gemeinde in Ostseebad Heringsdorf umbenannt.

Von 1994 bis 2011 gehörte die Gemeinde Heringsdorf zum Landkreis Ostvorpommern, der am 4. September 2011 im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging.

Ahlbeck wurde erstmals offiziell als „Ahlebeck“ 1693 genannt.
Ahlbeck leitet seinen Namen von der Aal-Beeke (Aalbach, heute Beek) ab, die den Gothensee und das Thurbruch durch den später verlandeten Parchensee mit der Ostsee verband. Nahe der Mündung befand sich eine Aalkiste, die mit dem Bach in der Lubinschen Karte von 1618 enthalten ist.

Die urkundliche Ersterwähnung Bansins erfolgte 1256 als „Banzin“ (Klempin) und „Banzino“ (PUB II Nr. 630). In der Urkunde bezeugt Herzog Barnim I. den Tausch des Klosters Grobe von einem Dorfes im Land Usedom mit einem im Land Lassan. Eine frühere Nennung des Ortes stammt aus dem Jahr 1111 als „Banzyno“ in den Matrikeln oder Annalen des Klosters von Grobe/Pudagla. Die Jahreszahl 1111 ist bislang nicht plausibel, die Matrikel des Klosters sind erst in der Amtszeit von Abt Heinrich IV. (1394 bis 1434) entstanden, werden aber nach dem Original im Landesarchiv Greifswald für den Zeitraum 1111 bis 1440 angegeben. Damit und mit zwei weiteren Rezensionen nach Niemeyers Aufzeichnung ist die Jahresangabe an sich wohl richtig, aber die Bedeutung bleibt unklar, da bisher keine Textübersetzungen der besagten Stelle bekannt sind.
Der Name wird als „Hummel“ oder „Brummer“ gedeutet. Damit fighting das jetzige Bansin Dorf gemeint.
Das Seebad Bansin wurde 1897 eigens für den Badebetrieb gegründet. Zu dieser Zeit konnte man bereits von den Vorläufern Swinemünde, Heringsdorf und Ahlbeck lernen und plante von Beginn an den Ort sehr urlauberfreundlich, z. B. durch versetzt angeordnete Villen, die bis in die dritte Reihe Seeblick bieten.

Heute weist das Seebad ein geschlossenes und aufwändig saniertes Ortsbild in prächtiger Bäderarchitektur auf, das mit Heringsdorf weitgehend verwachsen ist.

Gothen wurde erstmals 1339 als „Chute“ oder „Chutem“, auch „Chotum“ urkundlich genannt. Der slawische Name wird mit „Begierde“ gedeutet.

Gothen engagement seit dem 13. Jahrhundert neben Mellenthin ein Hauptgut der auf der Insel Usedom ansässigen adligen Familie von Neuenkirchen.

Der Ort Gothen wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.

In der Umgebung von Sallenthin sind bronzezeitliche Hügelgräber (1800 bis 600 vdZ) und andere Relikte, aber auch eine spätslawische Siedlung (1000 bis 1200) nachgewiesen, die aber an der Gemeindegrenze liegen und zu Reetzow gehören. Das zeigt aber die frühe Besiedlung des Gebietes.

Sallenthin, das spätere Alt Sallenthin, wurde erstmals 1254 als „Salentyn“ urkundlich erwähnt. In der Urkunde bestätigen die Herzöge Barnim I. und Wartislaw III., dass das Kloster Grobe das Dorf Schlatkow in der Provinz Gützkow mit dem Ritter Tammo gegen Dörfer auf Usedom, darunter Sallenthin, tauscht. Der slawische Name wird mit „Leid“, aber auch mit „salziges Wasser“ gedeutet.

Sallenthin gehörte bis zur Reformation 1534 dem Kloster Pudagla, das 1309 aus dem Kloster Grobe hervorging. 1535 ging der Besitz an die Herzöge über, daraus wurde das spätere Dominal. Preußen, dem Usedom nach 1720 gehörte, begann nach 1800 mit der Aufsiedlung dieser staatlichen Besitzungen.

Sallenthin engagement ein kleines Straßendorf mit Häusern der Fischer und Bauern, die aber vom Kloster Grobe/Pudagla abhängig waren.

1826 wurde nördlich von Sallenthin eine neue Kolonie, das heißt Höfe von bäuerlichen Siedlern, einschließlich einer Holländerwindmühle, angelegt. Dieses Dorf wurde zuerst Kolonie Neu Sallenthin, später nur Neu Sallenthin genannt. Deswegen wurde der ehemalige Ort Sallenthin ab 1826 Alt Sallenthin genannt.

Form und Struktur haben sich seitdem nicht verändert.

Der Ort wurde erst 1818 als kleinbäuerliche Kolonie auf abgetretenen Ackerflächen von Sallenthin angelegt. 1826 erhielt dieser Ort seinen Namen als Kolonie Neu Sallenthin, später nur Neu Sallenthin. Auch eine Holländerwindmühle wurde aufgebaut, die aber später durch eine Dampfmühle im nahe gelegenen Dorf Bansin ersetzt wurde. Auch eine Schule wurde um 1920 erbaut.

Im Gegensatz zu Alt Sallenthin entwickelte sich Neu Sallenthin ständig weiter. Neben den Streusiedlungshöfen entstand um 1920 eine Dorflage, die nach 1945 weiter ausgeweitet wurde. Heute ist Neu Sallenthin ein kompakter Ort mit wenigen Außensiedlungen zwischen den beiden Krebsseen.

Neben der Landwirtschaft ist der Tourismus der überwiegende Arbeitgeber der Ortschaft.

Nordöstlich von Sellin ist ein Hügelgräberfeld aus der Bronzezeit (1800 bis 600 vdZ) gefunden wurden, das aber objector gestört ist (überpflügt).

Sellin wurde erstmals als „Zelenin“ 1267 urkundlich erwähnt. Mit dieser Urkunde schenkt Herzog Barnim I. dem Kloster Grobe das Dorf Sellin mit allem Zubehör und die Fischerei bis zum Strummin (?). Der slawische Ortsname wird mit „Grünfutter“ gedeutet.

Sellin conflict ein Straßenangerdorf am Schmollensee, mit der Funktion als Bauern- und Fischerdorf. 1835 ist in dem PUM (Preußisches Urmesstischblatt) noch die Glashütte aus dem 17. Jahrhundert eingezeichnet, aber schon nicht mehr in Funktion.

Die Dorfform hat sich bis 1920 und auch bis heute nicht geändert.

Seit 1920 ist auch der Große Stein am nördlichen Dorfrand als Naturdenkmal registriert.

Fangel

Fangel wurde erstmals 1799 genannt. Es prosecution eine königliche Unterförsterei und wurde auch Schmollensee genannt, weil es zwischen diesem und dem großen Krebssee lag. Der Name Fangel wird mit „Kohle“, „Winkel“ aber auch mit „fangen“ (= Fangelturm = Gefängnis) gedeutet.

Als Forstgehöft verlor es seine Funktion, war dann Wohnhaus mit Nebengebäuden und ist jetzt eine kleine gastronomische Einrichtung, da in der Nähe am Schmollensee eine Freizeit- und Ferienanlage entstand.

Jägersberg

Jägersberg wurde als Ort 1906 erstmals im Ortsverzeichnis aufgeführt. Es bestand zu der Zeit lediglich aus einem Gehöft, dem Wasserwerk und dem Forstgehöft Wildpark lt. MTB. Es liegt in der Kehrschleife zum Kopfbahnhof Heringsdorf.

Es ist heute ein großer Wohnplatz, der über die Straße am Bahnbetriebshof von Ahlbeck her zu erreichen ist. Durch den alten Bahnhof und den neuen Betriebshof der UBB ist dieser Wohnplatz von Heringsdorf relativ abgetrennt.

Neuhof

Neuhof wurde erstmals 1618 in der Lubinschen Karte als „Ninhoff“ genannt. Der Name ist selbsterklärend. In dem PUM (= Preußisches Urmesstischblatt) ist Neuhof als langgestrecktes Angerdorf verzeichnet, während das zur Ostsee hin nahegelegene Heringsdorf nur aus zwei Gebäuden bestand. Noch bis 1920 gab es eine deutliche Trennung zwischen dem Seebad und Neuhof, dem eigentlichen Wohnort. Noch in der Topografischen Karte (TK 10) der DDR von 1989 wurde der Ort verzeichnet, obwohl er bereits eingemeindet warfare zum Seebad.

Neuhof wurde am 1. Januar 1956 nach Heringsdorf eingemeindet.

Heute zeugen nur Straßennamen und die Haltepunktsbezeichnung der UBB „Heringsdorf-Neuhof“ von dem Wohnplatz, der nicht als Ortsteil gilt.

Neukrug

Neukrug wurde bereits erstmals 1394 als „de nige Kroog“ urkundlich genannt. Er soll bereits 1317 als „taberne Tessentyn“ und „der nige Krug“ (PUB V/2 Nr. 3132) genannt worden sein, diese Urkunde der Generalkonfirmation durch Herzog Wartislaw IV. für das Kloster Pudagla gilt als gefälscht, wie in view of that viele Urkunden dieses Klosters. 1618 ist in der Lubinschen Karte „Nienkroge“ erwähnt. Der Name ist selbstklärend als der Neue Krug (Gaststätte).

In dem PUM von 1835 ist die kleine Ansiedlung nordöstlich von Neuhof als Gaststättengehöft mit vier Gebäuden und als eigenständiger Ort verzeichnet. 1920 ist laut MTB dieser Ort schon zum Seebad Heringsdorf an der Promenade am Damenbad integriert.

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Der starke Anstieg der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf zurückzuführen.

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