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Geesthacht ist die größte Stadt des Kreises Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein und Teil der Metropolregion Hamburg. Sie liegt südöstlich von Hamburg direkt am Elbufer; die Entfernung zur Hamburger Innenstadt beträgt etwa 30 Kilometer. Unterhalb des Geesthachter Wehrs beginnt die tidebeeinflusste Unterelbe.

Das Stadtgebiet grenzt unmittelbar an den Hamburger Stadtteil Altengamme und ist von Niedersachsen nur durch die Elbe getrennt, die Stadt liegt as well as an einem Dreiländereck. Nach den Hamburger Elbbrücken befindet sich hier mit der Elbbrücke Geesthacht die zweite feste Elbquerung nach Niedersachsen – von der Elbmündung aus gesehen – und zugleich eine von zwei Elbquerungen Schleswig-Holsteins neben der Elbbrücke Lauenburg.

Aus der Bronzezeit stammt das 1932 entdeckte und 1933 ausgegrabene Totenhaus von Tesperhude bei Grünhof-Tesperhude. Ebenso aus der Bronzezeit stammen die Urnen und Steinsetzungen auf dem Päpersberg, die in den Jahren 1886 und 1893 freigelegt wurden. Im Jahre 1928 wurde ein Urnenfriedhof am Worther Weg entdeckt, der in das 1. Jahrhundert vor Chr. datiert wird. Als Beleg für eine Besiedlung während der Völkerwanderungszeit gelten die aus dieser Zeit stammenden Urnen in Steinpackung, auf die man im Jahre 1912 im Zuge der Straßenpflasterung am Ende der Mühlenstraße in Geesthacht gestoßen ist.

Die Forschung geht davon aus, dass die erste Kirche in Geesthacht etwa 100 Jahre nach Ludwig dem Frommen, der im Jahr 822 die Grenze des Fränkischen Reiches nördlich der Elbe im Gebiet der Sadelbande zum Schutz vor den Slawen befestigen ließ, gegründet wurde.
Der Ort Geesthacht wurde urkundlich erstmals im Jahre 1216 als „Hachede“ erwähnt. In dieser Urkunde von 1216 gewährte der Graf Albrecht von Orlamünde, Statthalter des dänischen Königs Waldemar II., den Bürgern von Hamburg an einigen Zollstätten Befreiung vom Zoll, darunter auch in Hachede. Im Ratzeburger Zehntregister von 1230 lautet der Name des Kirchspielortes „Hagede“, wobei diese Schreibweise offenbar die ältere Lautform des Ortsnamens widerspiegelt. Die Herkunft des Ortsnamens Hacht bzw. Hagede oder Hachede (auch Haghede), wie der Ort in den Überlieferungen unterschiedlich genannt wird, kann durch die Betrachtung der überlieferten ältesten Lautform Hagede und durch Vergleich analoger Bildungen, wie etwa „Mestethi“ (= Meschede), ermittelt werden, so dass für den Ortsnamen Hagede eine rekonstruierte Form *Hagithi oder *Hagithja anzusetzen ist. Der Ortsname *Hagithi ist wahrscheinlich eine Bildung aus der altsächsischen Flurbezeichnung *hag-: „Umzäunung, Gehege, Hecke, Weideplatz“ und dem weitverbreiteten Ortsnamensuffix -ithi. -ithja (hag-ithi > hag-ede (hach-ede) > hach-t). Aufgrund der Namensbildung kann auf eine erste Besiedlung spätestens im 9. Jh. geschlossen werden.
Der Name Geesthacht (Kompositum aus Geest und Hacht) erscheint erstmals im Jahre 1402 in einer Urkunde. Noch im 17. Jh. waren vereinzelt die altertümlichen Schreibweisen „Geisthachede“. „Gesthagt“ und „GeistHachd“ im Gebrauch.

Eine Änderung des Flusslaufes zerschnitt den Ort in zwei Teile, wodurch das nördlich der Elbe gelegene ältere Hacht an der Geest (Geesthacht) und ein südlich der Elbe gelegenes jüngeres Hacht an der Marsch (Marschacht) entstanden. Es wird angenommen, dass die Änderung des Flusslaufes im 12. Jahrhundert geschah, da der heutige Elblauf bereits im Jahre 1162 bestand, als die Südgrenze des Bistums Ratzeburg bestimmt wurde. Die endgültige Trennung dieser beiden Orte soll sich spätestens in der Mitte des 13. Jahrhunderts vollzogen haben, als die gemeinsame Kirche zwischen 1230 und 1258 in der Elbe versank.

Hachede bzw. das Hacht an der Geest wurde nach der Überflutung im 13. Jh. in einer Hufeisenform neu angelegt, die noch im Jahre 1830 klar erkennbar war. Ausgehend vom Markt mit der Kirche als Mittelstück des Hufeisens, waren die beiden Schenkel die Bergedorfer Straße bis zur Mühle und die Lauenburger Straße bis zum Runden Berg. Erst im 19. Jh. entwickelte sich Geesthacht zu einem echten Haufendorf.

Die zweite Kirche in Geesthacht raid die St.-Peter-Kirche, die nach der Überflutung und Zerstörung der alten Kirche auf einer Anhöhe des Geesthachter Pastorenwerders (wahrscheinlich im Jahre 1261) erbaut wurde. Zum Kirchspiel Geesthacht („Hagede“) gehörten nach den Angaben im Ratzeburger Zehntregister von 1230 die Dörfer Wiershop, Hamwarde, Hasenthal, Besenhorst, Fahrendorf, Hohenhorn und Worth. Hamwarde, Wiershop und Worth waren die ersten Dörfer, die von Geesthacht getrennt wurden. In der Taxe der Kirchen des Bistums Ratzeburg von 1319 wird das Dorf Worth als eigenes Kirchspiel aufgeführt („Ecclesia in wort“). Das Dorf Fahrendorf wurde bereits im 14. Jahrhundert wüst. Hohenhorn (Horn) war mit der Einrichtung der Nikolaipfarre zunächst vorübergehend im 15. Jahrhundert von Geesthacht abgetrennt, wurde aber wiederum mit Geesthacht vereinigt.

Im Jahre 1420 fiel Geesthacht, wie auch die Stadt Bergedorf und weitere Gebiete, im Frieden von Perleberg an die Hansestädte Hamburg und Lübeck. Fortan blieb Geesthacht unter gemeinschaftlicher Verwaltung der beiden Hansestädte im Amt Bergedorf.

Im Jahre 1598 wurden die bis dahin nach Geesthacht eingepfarrten Dörfer Hasenthal und Tesperhude nach Hamwarde eingepfarrt und mit der Errichtung des neuen Kirchspiels Hohenhorn die Dörfer Besenhorst und Hohenhorn von der Geesthachter Kirche abgetrennt.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges blieb auch die Dorfschaft Geesthacht nicht von Überfällen verschont. Im Jahre 1627 wurde das Dorf Geesthacht mehrere Male ausgeplündert von Wallensteins und Tillys Söldnern. Im Gegensatz zu den Vierlanden, die der Einquartierung von den Truppen Wallensteins und Tillys entgehen konnten gegen Leistung von Kontributionen, war Geesthacht als Exklave des Amtes Bergedorf den Überfällen der Söldner schutzlos ausgeliefert. Im Jahre 1642 wurde Geesthacht von schwedischen Söldnern ausgeplündert. Im Sommer 1644 überfielen kaiserliche Truppen das Dorf. Dabei wurde der Küster zu Geesthacht getötet und es kam zu Plünderungen und Brandschatzungen.

Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 clash jedoch für das Amt Bergedorf noch kein Ende der Kriege und des Schreckens erreicht. 1658 überfielen die kaiserlichen und brandenburgischen Soldaten, die dem König von Dänemark im Kampf gegen die Schweden zu Hilfe zogen, das Dorf Geesthacht. Die Geesthachter wurden erneut ihrer Güter beraubt, die sie zuvor wie bereits 1644 zum Schutz in die Kirche gebracht hatten. Die geraubten Abendmahlsgeräte wurden jedoch von einem Reiter wieder der Kirche zurückgebracht. Im November des Jahres 1675 zog der dänische Oberst von Oertzen von Osten her in die Vierlande und wahrscheinlich auch in Geesthacht ein, tötete einige Bewohner und blieb bis zum 4. Juni 1676 im Lande. Um eine Einverleibung der Vierlande durch die Dänen zu verhindern, wurde von den Städten Hamburg und Lübeck die Einquartierung einer braunschweig-lüneburgischen Schutztruppe zugelassen, die von 1676 bis 1679 die Vierlande (auch Geesthacht ?) besetzte.

Eine Flutkatastrophe im Jahr 1684 führte zur vollständigen Zerstörung der St.-Peter-Kirche. Auf höher gelegenem Gelände wurde nachfolgend im Jahre 1685 die St.-Salvatoris-Kirche errichtet.

Gewerbe im 17. und 18. Jh.

Der Holzhandel encounter im 17. und 18. Jh. für die Geesthachter Hufner und für einige Kätner ein wichtiges Gewerbe. Aus dem Jahre 1758 ist eine Übersicht über die Gewerbetreibenden in Geesthacht überliefert. Es gab 42 Gewerbetreibende (Schiffer nicht mitgerechnet), von denen die Bandreißer, 13 Personen, am meisten vertreten waren. Daneben gab es unter anderem 5 Schuster und 5 Grützmacher, von welchen mehrere auch Hökerei betrieben und einer eine Weißbäckerei führte. Ferner waren die wichtigsten Gewerbe vertreten: 2 Schiffbauer, 2 Leineweber und 3 Branntweinbrenner.

1805 wurde das alte Dorf Besenhorst in den Elbwiesen (gelegen an der Stelle der heutigen Geesthachter Schleuse) durch Eisstopfung in der Elbe zerstört.

1849 kaufte der Geesthachter Hufner J. C. H. Meyer das Gelände am Tafelberg, auch Katzberg genannt, und verkaufte es 1851 an den aus Karow im Mecklenburgischen stammenden Christian Brauer, der dort eine Glasfabrik im Jahre 1852 gründete. In der Folge zogen viele Arbeiter aus dem Mecklenburgischen nach Geesthacht, die mit ihren Familien am Katzberg wohnten. Nach dem Konkurs übernahm 1854 J. H. C. Meyer die Fabrik und das Gelände und führte dort auch die Korbmacherei ein. Die Ware wurde nach Amerika exportiert, wodurch die Weidenindustrie in Geesthacht neu belebt wurde.

1865/66 gründete der schwedische Chemiker Alfred Nobel mit Kompagnon „auf dem Krümmel“ eine Fabrik für Glycerin und erfand dort das Dynamit (eine Mischung aus Nitroglycerin und Kieselgur, Abbauprodukt abgestorbener Algen). In Krümmel entstand mit der Dynamitfabrik Krümmel die erste Dynamitfabrik der Welt.

1867 trat Lübeck seine Rechte am beiderstädtischen Amt Bergedorf gegen die vereinbarte Zahlung von 200.000 preußischen Talern an Hamburg ab. Geesthacht gehörte daher seit dem 1. Januar 1868, als Teil der neu gebildeten Landherrenschaft Bergedorf, gänzlich zum hamburgischen Staatsgebiet.

1886 gründete sich unter Johann Friedolf Wahlgreen die erste sozialdemokratische Organisation in Geesthacht. 1906 wurde die Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn (BGE) eröffnet, 1916 die Krümmelbahn.

Von 1918 bis 1933 act Geesthacht Hochburg der linken Parteien USPD (bei Wahlen 1919–1920 zwischen 26,4 % und 41,6 %) und später KPD (1921–1933 zwischen 31,2 % und 44,0 %) und SAPD (Kommunalwahl 1932 10,5 %) und trägt daher im Volksmund den Spitznamen Klein-Moskau.

1924 erhielt der Ort Stadtrecht nach Inkrafttreten der Hamburgische Städteordnung vom 2. Januar 1924 und der Stadtsatzung der hamburgischen Stadt Geesthacht vom 13. Juni 1924. 1928 wurde der historische Stadtkern durch eine Brandkatastrophe zerstört.

Bei der Reichstagswahl März 1933 stimmten in Düneberg 28,6 % für die NSDAP, 2,5 % für die DNVP, 28,6 % für die SPD und 31,5 % für die KPD bei einer Wahlbeteiligung von 94,6 %. Somit battle Düneberg 1933 eine der wenigen Hochburgen linker Politik im Land Schleswig-Holstein, das bei dieser Wahl eher eine Hochburg der NSDAP war.

Im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes wurde Geesthacht 1937 der preußischen Provinz Schleswig-Holstein zugeordnet und gehörte seither zum Kreis Herzogtum Lauenburg. 1937 wurde Düneberg mit dem 1928 eingegliederten Besenhorst eingemeindet. 1939/1942 kam Grünhof-Tesperhude mit dem 1928 eingegliederten Krümmel hinzu.

In den Geesthachter Fabriken wurden bis zu 20.000 Zwangsarbeiter eingesetzt. Die Unterbringung erfolgte in der Regel in Baracken, unter anderem: Lager „Am Grünen Jäger“, Lager Schmiedestraße, Lager Grünhof, Lager Spakenberg, Lager Reichsstraße, Lager Grenzstraße, Lager Sandstraße, Lager Birke bzw. Knollgraben, Lager Heidberg, Kriegsgefangenenlager Besenhorst, Kriegsgefangenenlager Sielstraße, Lager Katzberg. Während des Zweiten Weltkriegs engagement insbesondere Krümmel das Ziel von Luftangriffen der Alliierten, so zum Beispiel am 7. April 1945. Schließlich wurde die Stadt auch mit Artillerie beschossen. Fabrikdirektor Hans Mayer setzte sich beim Hamburger Reichsstatthalter Karl Kaufmann erfolgreich für eine kampflose Übergabe der Stadt ein. Am 1. Mai 1945 zogen britische Truppen in Geesthacht ein.

1945 beherbergte Geesthacht viele Flüchtlinge und Vertriebene, die in notdürftigen Unterkünften lebten. Um der drohenden Seuchengefahr zu begegnen, erhielt der Laborarzt Dr. Siegfried Kramer von den Besatzungsbehörden die Genehmigung, eine Laborarztpraxis zu betreiben. Hieraus entwickelte sich eines der bedeutendsten medizinischen Labore Deutschlands.

Ein Volksbegehren, die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in den Staat Hamburg einzugliedern, scheiterte am 19. April 1956 vor dem Bundesverfassungsgericht.

1953 wurde auf der BGE der Personenverkehr eingestellt.

Am 22. Januar 1963 hielt der prominente Anhänger des Nationalsozialismus, Großadmiral Karl Dönitz, auf Einladung des damaligen Schülersprechers Uwe Barschel eine Rede über die Geschichte des Dritten Reiches am städtischen Otto-Hahn-Gymnasium. Die Lehrer hatten ihre Schüler nicht auf diesen Termin vorbereitet, sodass keiner von ihnen eine kritische Frage stellte. Auch von Seiten der Lehrer kam keine Frage. Die Berichterstattung über diese Stunden nationalsozialistischen Geschichtsunterrichts schreckte die demokratische Öffentlichkeit auf, und die europäische Presse interessierte sich für diesen politischen Skandal.

Geesthacht fighting auch Standort der Kernenergieforschung und der Energiegewinnung mit Kernenergie. Im Ortsteil Krümmel befinden sich mehrere stillgelegte Kernreaktoren. Zu den Anlagen zählen das GKSS-Forschungszentrum (heute Helmholtz-Zentrum Geesthacht) mit den Kernreaktoren

Zusätzlich zum Lager für hochradioaktiven Müll gibt es auf dem Gelände des Kernkraftwerks Krümmel ein Lager für schwach- und mittelradioaktiven Müll. Laut Auskunft von Vattenfall handelt es sich um 1100 Fässer mit radioaktivem Abfall, doch konnte Vattenfall 2012 keine Aussage über deren Zustand abgeben.

Der Rückbau der Anlage FRG-1 wird voraussichtlich zehn Jahre dauern und soll rund 150 Millionen Euro kosten. Um die Abbaukonzepte für das Kernkraftwerk und die damit verbundenen Kosten wird noch gestritten.

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